Tauschieren
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Eine Tauschierung ist eine Verzierung aus Buntmetall- oder Edelmetall-Intarsien (Einlagen) in metallenen Oberflächen. Unterschieden werden Linien- und Flächentauschierungen. Der Ausdruck leitet sich vom arabischen Wort für Färben tauschija ab. Frühere Bezeichnungen für diese Kunst sind "Tausia" oder "Agémina".
In das zu verzierende Werkstück werden mit einem Stichel oder Meißel die gewünschten Muster als, sich in die Tiefe gehend etwas verbreiternde, Vertiefungen eingeschnitten. Bei Linientauschierungen werden in die schmalen Vertiefungen Drähte oder Bänder aus Messing, Bronze, Silber oder Gold eingelegt und eingehämmert. Bei Flächentauschierungen werden entsprechen geformte Metallplättchen in die großflächigen Vertiefungen eingehämmert. Abschließend wird die gesamte Oberfläche plangeschliffen und poliert. Diese Einlagen zeichnen sich dann, entsprechend ihrer Metallfarbe, deutlich von dem sie umgebendem Metall ab.
Aus der Bronzezeit sind erste Tauschierungsversuche überliefert (z.B. rituelle Prunkäxte oder die Himmelsscheibe von Nebra, der Sonnenwagen von Trundholm). Weite Verbreitung fand diese Kunst später vor allen in Asien. In Europa standen Tauschierungen besonders in der Merowingerzeit in 7. Jahrhundert in hoher Blüte. Verziert wurden hauptsächlich Waffenteile, Gürtelschnallen und Beschläge, Rüstungen und Zaumzeug. Röntgenuntersuchungen an Funden zeigen als Unterschied zu neuzeitlichen Tauschierungen, das Fehlen der Unterschneidung bei Linientauschierung. Die Vertiefungen sind meist U- oder V- Förmig.
Heute werden Tauschierarbeiten nur noch von wenigen Goldschmieden hergestellt.
Literaturtipps:
Hufschmidt, Max: Aetzen u. Tauschieren. Verlag von Gustav Wolf, Dresden
Holmquist, Wilhelm: Tauschierte Metallarbeiten des Nordens. Wahlström & Widstrand, Stockholm 1951
Menghin, Wilfried (Hrsg.): Tauschierarbeiten der Merowingerzeit. SMPK Berlin 1994










