Achat
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| Achat | |
|---|---|
| Chemismus | SiO2 |
| Mineralklasse | Oxide |
| Kristallsystem | mikroskopisch kleines trigonales System |
| Kristallklasse | Quarz |
| Farbe | alle Farben, immer gestreift |
| Strichfarbe | weiĂ |
| Mohssche HĂ€rte | 6,5 |
| Dichte | 2,6 -2,8 |
| Glanz | Glasglanz |
| OpazitĂ€t | undurchsichtig, dĂŒnn durchscheindend |
| Bruch | uneben |
| Spaltbarkeit | keine |
| Kristallhabitus | ___ |
| KristallflÀchen | ___ |
| Zwillingsbildung | ___ |
| Kristalloptik | |
| Brechungsindices | ___ |
| Doppelbrechung | keine |
| Pleochroismus | ___ |
| optische Orientierung | ___ |
| Winkel/Dispersion der optischen Achsen | 2vz ~ ___ |
| weitere Eigenschaften | |
| chemisches Verhalten | in FluorwasserstoffsÀure löslich |
| Àhnliche Minerale | __ |
| RadioaktivitÀt | keine |
| Magnetismus | keiner |
| besondere Kennzeichen | ___ |
Bei dem Mineral Achat handelt es sich um eine mikrokristalline QuarzvarietÀt.
Inhaltsverzeichnis |
[bearbeiten] Geschichte
Theophrastos gab dem Achat seinen Namen, da er zuerst im Fluss Achates (heute Drillo, Carabi oder Canitello genannt), Sizilien), in der NĂ€he des Ortes Acate] gefunden wurde. Schon in frĂŒhester Zeit hat der Achat hohe WertschĂ€tzung genossen. In der Bibel, im 2. Buch Mose, 28, 17-20, wird das Brustschild des Hohen Priesters, eine mit Edelsteinen besetzte Platte, ausfĂŒhrlich beschrieben. Anfang des 17. Jahrhunderts war die Achatindustrie bereits zu ziemlicher Bedeutung herangewachsen, einen groĂen Aufschwung aber nahm sie in der zweiten HĂ€lfte des 18. Jahrhundert, wo man anfing, Achatwaren zuerst in Silber, dann in vergoldetem Tombak zu fassen. Diese Bijouterie fausse bildete sich namentlich in Oberstein aus und brachte spĂ€ter auch reine Metallwaren auf den Markt. Nach 1813 entdeckte man die FarbenverĂ€nderung der Steine durch Brennen, und 1819 brachte ein Idarer Handelsmann das von einem römischen Steinschneider erworbene Geheimnis des SchwarzfĂ€rbens in die Heimat. Seitdem entwickelte sich die FĂ€rberei des Achats sehr schnell und wurde eine der Hauptursachen des AufblĂŒhens der Achatindustrie, welche nun auch fremdlĂ€ndische Steine, namentlich Achat aus Uruguay, verarbeitete. Seit 1834 kam dies Material nach Idar-Oberstein, und entwickelte die Achatindustrie in nicht gekannter Weise, besonders auch, da die reichlich aus SĂŒdamerika eintreffenden Onyxe das AufblĂŒhen der Steinschneidekunst in Paris und Idar veranlassten. Man fertigte hauptsĂ€chlich Kameen, auch Intarsien, zum Teil von hohem Kunstwert, und machte mit denselben groĂe GeschĂ€fte.
[bearbeiten] VarietÀten
- Aprikosenachat
- Augenachat oder Brillenachat (kugelige, augenartige Zeichnung)
- Baumachat oder Holzachat (durch KieselsÀure achat-mineralisierte, "versteinerte" Hölzer)
- Botswana-Achat
- Enhydros (Achatmandel mit RestflĂŒssigkeit)
- Festungsachat (AchatbÀnder Àhneln Luftaufnahmen von FestungswÀllen)
- Friedensachat
- Feuerachat oder Flammenachat oder Wolkenachat (wolkenförmige BÀnder)
- Kellerwalder Achat
- Korallenachat (Namensgebend ist die Gestalt der OberflÀche des Achats)
- Moosachat (Mockastein) enthÀlt schwarze Mangandendriten
- Onyx (schwarz und weiĂe Lagen)
- Regenbogenachat (zeigt als Interferenzwirkung der dĂŒnnen Lagen Newtonsche Farbenringe)
- Röhrenachat (VerdrÀngungsmorphose von langprismatischen Kristallen)
- Sardonyx (rot und weiĂe Lagen)
- Schlangenhautachat (Aggregate mit Schlangenhautmuster)
- Skolezitachat (Pseudomorphose nach Skolezit)
- Sternachat die unregelmĂ€Ăig geformten Geoden sind meist vollstĂ€ndig gefĂŒllt und zeigen beim Anschliff oft eine fĂŒnfstrahlige Form.
- TrĂŒmmerachat (durch Tektonik zerbrochene und Mineralabscheidung wieder gekittete Achate)
- Turitella-Achat
Ein Achat der auĂergewöhnlichen GröĂe wurde in der DĂŒsseldorfer Ausstellung von 1902 ausgestellt, es war eine brasilianische Geode, gezeichnet mit Amethyst und einem Gewicht von 35 Tonnen.
Es gibt auch "kĂŒnstliche Achate", so genannte Achates, buntfarbiges, dem Achat Ă€hnliches Glas. Vor allem die teuren AchatvariĂ€teten, etwa der Onyx, werden gerne durch FĂ€rben erzeugt
[bearbeiten] Bemerkenswerte Eigenschaften
Schöne streifige Zeichnung aufgrund der rhythmischen Kristallisation.
[bearbeiten] Struktur
Die Struktur der Achate besteht gewöhnlich aus konzentrische oder unregelmĂ€Ăige Schichten, die einen Hohlraum ausfĂŒllen. Der Achat besteht aus verschiedenen VarietĂ€ten von Chalcedon, mikrokristalliner KieselsĂ€ure. Die einzelnen Lagen zeigen gröbere und feinere Strukturen und sind oft Ă€uĂerst dĂŒnn, so dass ein paar Hundert auf 1 mm kommen. Ganz amorphe (wasserhaltige) KieselsĂ€ure kommt in den Achaten jedenfalls sehr selten vor. Die verschiedene Farbe rĂŒhrt gewöhnlich von Eisen- und Manganverbindungen her, doch sind die Onyxe (schwarz und weiĂe Lagen) und Sardonyxe (rot und weiĂe Lagen) meist kĂŒnstlich gefĂ€rbt. Zwischen und ĂŒber dem Chalcedon finden sich meist drusige Amethystlagen. Sehr hĂ€ufig umschlieĂt die Mandel einen hohlen Drusenraum, worin noch Bergkristall, Amethyst, Kalkspat, Zeolithe, HĂ€matit und andere Mineralien zur Ausbildung kommen. Bei Oberstein schmiegen sich alle Chalcedonlagen der Ă€uĂern Mandelform an, in den brasilischen Mandeln findet sich im Innern meist eine Schicht planparalleler, horizontaler Lagen. Nicht selten werden beim Durchschleifen die KanĂ€le bloĂgelegt, durch welche die innere Masse oder vielmehr die FlĂŒssigkeit, welche sie gelöst enthielt, in den Mandelraum eingedrungen ist. Dieser ist also zuerst gebildet, und von auĂen nach innen fortschreitend sind die einzelnen Lagen aus wĂ€sseriger Lösung abgeschieden, wobei das abgeschiedene Mineral nicht selten der nachdringenden FlĂŒssigkeit den Weg verstopfte und also im Innern ein Hohlraum ĂŒbrigblieb.
Nach dem Zerfall der Matrix, in der die Achate eingebettet waren, sind sie frei und durch ihre siliziumhaltige Natur, die gegen die TĂ€tigkeit der Luft und des Wassers extrem bestĂ€ndig ist, bleiben als Knötchen im Boden und im Kies erhalten, auch wenn sie in FlĂŒssen gerollt werden.
[bearbeiten] Quellen/Vorkommen
Achate bilden sich vor allem in HohlraumfĂŒllungen von Laven und sind weit verbreitet, aber sie sind auch in Sedimentgesteinen zu finden als so genannte Mikroachate. Der meiste Achate kommt aus so genannten Achatmandeln, die namentlich im Melaphyrgestein gefunden werden. Im eigentlichen Melaphyrmandelstein sind jedoch die MandelrĂ€ume keineswegs mit Achat, sondern wie in anderen Mandelsteinen vorzĂŒglich mit Kalkspat, Granerde etc. ausgefĂŒllt. Achatmandeln finden sich gewöhnlich vereinzelt, und nur an gewissen Punkten ist eine AnhĂ€ufung derartiger Gebilde zu beobachten. In gröĂerer Menge finden sich dieselben namentlich in den MelaphyrbrĂŒchen bei Oberstein a. d. Nahe, wo frĂŒher der meiste Achat gegraben und geschliffen wurde.
- Böhmen
- Brasilien
- Idar-Oberstein (fast aufgebraucht)
- Sizilien
- Uruguay
- Monte Tondo bei Vicenza
- Schlottwitz in Sachsen
- Schöngleina/ThĂŒr
[bearbeiten] Bedeutung als Rohstoff
Durch die hohe HÀrte und WiderstandsfÀhigkeit gegen Chemikalien findet er nicht nur als Schmuckstein Verwendung sondern auch in der Technik. Durch FÀrbung und Zeichnung ausgezeichnete Achate wurden schon von jeher zu geschnittenen Steinen verarbeitet, zu Reibschalen, GlÀttsteinen, Kameen, Ringsteinen, Agraffen, ArmbÀndern, RosenkrÀnzen, Stockknöpfen, Messerstielen, Schussern und zu vielen anderen Kleinigkeiten.
Hierbei macht man vielfach Gebrauch von der Möglichkeit, den Achat zu fĂ€rben. Dieselbe beruht auf der verschiedenen Natur der einzelnen Lagen des Steins, von denen die einen porös genug sind, um FlĂŒssigkeiten aufzusaugen, die anderen nicht. So werden gegenwĂ€rtig die meisten Onyxe kĂŒnstlich bereitet. Der Achat wird in verdĂŒnnter Honig- oder Zuckerlösung 2 - 3 Wochen erwĂ€rmt, dann aber in konzentrierter SchwefelsĂ€ure gekocht. Nachdem er abgetrocknet ist, wird er geschliffen, einen Tag in Ăl gelegt und endlich mit Kleie abgewaschen. Die poröse Lage, in welcher der eingedrungene Honig durch die SchwefelsĂ€ure verkohlt worden ist, erscheint je nach der PorositĂ€t grau, braun oder schwarz, die undurchdringliche weiĂe, kristalline Schicht noch heller und glĂ€nzender, und sind rote Streifen vorhanden, so zeigen sich auch diese in ihrer FĂ€rbung erhöht. Durch verschiedene Chemikalien lassen sich beliebige Farben erzeugen, sobald der Achat ĂŒberhaupt nur FlĂŒssigkeiten aufsaugt. Vor der Verarbeitung wird der Stein oft gebrannt, um seine Farbe zu verĂ€ndern, und dann noch 1-2 Wochen in Schwefel- oder SalpetersĂ€ure gelegt. Das FĂ€rben aber wird meist erst an den geschliffenen Steinen vorgenommen, obwohl die Farbe tief in die Steinmasse eindringt und auch auf dem Bruch mehr oder weniger deutlich hervortritt.
[bearbeiten] Literatur
- http://www.meyers-konversationslexikon.de/ - Ausgabe von 1888 online
[bearbeiten] Weblinks
- Mineralienatlas WiKi - Achat
- http://www.goodmorning.de/gm_edel_achat.html
- http://www.edelsteindatenbank.de/achat.htm
- http://www.achate.at/achate.htm
- http://www.achatbuch.de
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